Woodlands

© Ravensburger

Was mache ich, wenn ich den richtigen Weg nicht kenne? Fragen wäre angebracht und auch sinnvoll! In Zeiten des Navi aber so gut wie unnötig. Doch was mache ich, wenn es den Weg noch gar nicht gibt, den ich beschreiten oder befahren will? Ich muss ihn mir selbst schaffen! Das jedenfalls ist die Grundidee von „Woodlands“, das bei Ravensburger erschienen ist. Dieses Spiel um Wege im Wald entführt in die Welt berühmter Geschichten.

Wie funktioniert es?
„Woodlands“ ist ein Lege-Spiel, bei dem die Spieler zwar alle an derselben Aufgabe tüfteln, aber jeder für sich und das auf Zeit. Dazu erhält jeder Spieler hat einen identischen Satz von 13 Wegeplättchen. Außerdem bekommt jeder ein eigenes Spielertableau, auf das neun der Plättchen gelegt werden sollen. Welche Wegeplättchen die Spieler dafür wählen und wie sie diese hinlegen, entscheidet jeder Spieler für sich selbst. Denn alle Spieler versuchen gleichzeitig und unter Zeitdruck (Die Sanduhr läuft unerbittlich) die Wegeplättchen so zu legen, dass sie möglichst alle Anforderungen erfüllen, die an sie gestellt werden. Dabei bilden vier berühmte Geschichten den thematischen Rahmen. Dazu zählen zum Beispiel Rotkäppchen und Robin Hood. Die Aufgaben, die zu erfüllen sind, finden sich auf einer durchsichtigen Folie, die in der Mitte zwischen den Spielern liegt. Auf ihr sind an bestimmten Stellen Gegenstände zu sehen. Diese Gegenstände sollen mit Wegen auf dem eigenen Tableau erreicht werden. Manche Gegenstände sollen aber auch umgangen werden. Im Regelheft gibt es einen Abschnitt, in dem zu jeder Geschichte mehrere Kapitel zu finden sind. Gespielt wird immer ein Kapitel, dann kommt eine Wertung und dann folgt das nächste Kapitel der Geschichte. Im jeweiligen Kapitel wird genau beschrieben, welche Aufgaben die Spieler in diesem Kapitel erfüllen sollen und wie viele Punkte es dafür gibt. Auch am Rand der Folie in der Mitte sind diese Informationen noch einmal zu finden. Haben alle Spieler verstanden, worum es geht, beginnen alle gleichzeitig möglichst schnell Wege auf ihrem Tableau zu legen. Dabei läuft die Sanduhr. Der Spieler, der zuerst der Meinung ist, alle Aufgaben erfüllt zu haben, gibt das deutlich bekannt und dreht die Sanduhr. Nun haben alle anderen Spieler noch genau einen Durchlauf der Sanduhr Zeit, um ihre Wegeplättchen auf ihren Tableaus fertig zu legen. Ist die Sanduhr durchgelaufen, müssen alle stoppen. Nun wird die Folie aus der Mitte reihum auf das Tableau jedes Spielers gelegt und geschaut, wie gut jeder Spieler die Aufgaben aus dem aktuellen Kapitel erfüllt hat. Entsprechend gibt es Plus- bzw. Minuspunkte. Dann wird die Folie für das nächste Kapitel in die Mitte gelegt. Die neuen Aufgaben, die es zu erfüllen gilt werden vorgelesen. Die Spieler nehmen die Wegeplättchen von ihren Tableaus und das nächste Kapitel kann gespielt werden. Je nach Geschichte wird über vier oder fünf Kapitel gespielt. Dabei steigt in jedem Kapitel der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben an. Am Ende der Geschichte wird geschaut, wer insgesamt die meisten Punkte holen konnte.

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Einschätzung
„Woodlands“ ist ein typisches Lege-Spiele, das auf Zeit geht und durchaus hektisch wird. Die Aufgaben, die die Spieler erfüllen sollen sind teilweise sehr herausfordernd. Die Spieler müssen eine Vorstellung davon haben, wie sie ihre Wegeplättchen am besten nutzen können. Da ist Logik und räumliches Vorstellungsvermögen gefragt. Deshalb ist es ratsam, tatsächlich erst einmal mit „Rotkäppchen“, der einfachsten Geschichte, zu beginnen, um nach und nach ein Gefühl für das Spielprinzip zu bekommen und zu verstehen worauf es ankommt. Besonders gut gelungen ist es, die Hintergrundgeschichten in das Spiel einfließen zu lassen. So ist „Woodlands“ eben kein rein abstraktes Lege-Spiel, sondern die Geschichte spiegelt sich im Spielablauf tatsächlich wider. Das Material ist hochwertig und schön illustriert. Die Spielidee zwar nicht ganz neu, aber exzellent umgesetzt. Das Spiel bietet prima Unterhaltung und Spannung bis zum Schluss, da sich von Kapitel zu Kapitel in den einzelnen Geschichten die Punktestände noch gravierend ändern können. Sympathisch finde ich auch, dass führende Spieler durch Zusatzaufgaben gebremst und zusätzlich gefordert werden. Sehr schön ist auch, dass Erweiterungen gleich mitgeliefert werden. Wem die Herausforderung nach ein paar Partien zu gering wird, der kann durch zusätzliche Folien, den Grad der Schwierigkeit noch einmal erhöhen, so bleibt der Reiz des Spiels erhalten. Doch in der Regel ist man mit den einfachen Geschichten schon beschäftigt genug. Und natürlich bietet es sich an, dass es in den kommenden Jahren Erweiterungen mit noch mehr Geschichten geben wird. „Woodlands“ ist definitiv kein Kinderspiel, sondern richtet sich an Familien und auch an Vielspieler, die Lege-Spiele mögen. Wer Freude an „Looney Quest“ hat, der sollte auf jeden Fall bei „Woodlands“ zugreifen. Aber auch für alle anderen ist das Lege-Spiel um die richtigen Wege eine absolute Empfehlung.

„Woodlands“
Autor: Daniel Fehr
Verlag: Ravensburger
Für 2 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: ca. 30 Euro

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