Würfelland

© Nürnberger-Spielkarten-Verlag

Es gibt Verlage, die sich von Anfang an oder schon sehr früh in ihrer Geschichte auf einen bestimmten Typus von Gesellschaftsspielen festgelegt haben. Der Nürnberger-Spielkarten-Verlag (NSV) zählt mit dazu. Da steckt die Art der Spiele, die im Fokus des Verlags stehen, schon im Verlagsnamen drin. Das hält die Nürnberger aber nicht davon ab, immer wieder auch Würfelspiele herauszubringen. Von denen hat besonders „Qwixx“ viele begeisterte Anhänger gefunden. Das neueste Würfelspiel aus dem Hause NSV heißt schlicht „Würfelland“.

Wie funktioniert es?
Bei „Würfelland“ wird mit Würfeln gespielt, die jeweils sechs verschiedene Farben zeigen. Jeder Spieler hat vor sich ein kleines Spielertableau liegen, das Felder in eben diesen Farben hat. Das sieht im Grunde aus wie eine Landkarte, mit farbigen Gebieten. Manche dieser farbigen Felder zeigen einen Stern und diese Stern-Felder gilt es zu erreichen und anzukreuzen. Das geht im Prinzip ganz einfach. Ist ein Spieler am Zug (also der aktive Spieler) wirft er alle sechs Würfel. Nach dem ersten Wurf muss sich der Spieler für eine Farbe entscheiden. In diesem Zug darf er dann nur Felder der gewählten Farbe ankreuzen. Die Würfel, die die gewählte Farbe zeigen, legt er zur Seite, nun kann er sich entscheiden, ob er weiter würfeln will oder es bei dem ersten Wurf belässt. Will er weiter würfeln, so nimmt er alle Würfel, die er nicht zur Seite gelegt hat und wirft diese nochmals. Zeigt einer der neu gewürfelten Würfel nun die zuvor gewählte Farbe, legt er auch diesen Würfel zur Seite und muss sich neu entscheiden, ob er weiter würfelt oder seinen Wurf hier beendet. Das will wohl überlegt sein, denn zeigen mehr Würfel die gewählte Farbe als Felder in einem zulässigen Gebiet dieser Farbe frei sind, darf der Spieler gar kein Feld ankreuzen. Die Möglichkeit weiter zu würfeln verliert ein Spieler automatisch dann, wenn in einem Folgewurf kein Würfel die zuvor gewählte Farbe zeigt.

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Nun muss der Spieler, entsprechend der Anzahl der Würfel in der gewählten Farbe, alle Felder in einem Gebiet dieser Farbe ankreuzen. Dabei gelten folgende zwei Regeln: Zum einen darf der Spieler nur dann ein Feld ankreuzen, wenn ein direkt benachbartes Feld (die Farbe ist egal) bereits ein Kreuz hat. Deshalb hat jeder Spieler auf seinem Tableau ein vorher definiertes Startfeld, das auch deutlich zu erkennen ist. Zweite Regel: Zunächst muss das Gebiet einer Farbe komplett gefüllt sein, bevor der Spieler ein neues Gebiet derselben Farbe beginnen darf. Die Mitspieler dürfen sich nun unter den Farben, die der Spieler nicht gewählt hat auch eine Farbe aussuchen und bei sich (entsprechend der geltenden Regeln) Felder ankreuzen. Eine besondere Rolle spielen die Stern-Felder, die in der Spielanleitung Schatz-Felder genannt werden. Sie sind nicht nur für den Sieg notwendig, sie bringen auch einen Bonus. Wer ein solches Feld ankreuzt, darf einen zusätzlichen Schatzwurf ausführen. Dabei würfelt der betreffende Spieler fünf Würfel und wählt auch hier eine Farbe, in der er Felder bei sich ankreuzen will. Der Schatzwurf hat aber besondere Regeln. Ein Nachwürfeln oder Weiterwürfeln ist nicht möglich und die Mitspieler profitieren von einem Schatzwurf nicht! Jedoch können auch die gerade nicht aktiven Spieler Schatzwürfe ausführen, so sie im Zug des aktiven Spielers ein Schatz-Feld angekreuzt haben. Es kann auch eine Kette von Schatzwürfen geben. Ziel aller Spieler ist es zuerst neun Stern-Felder anzukreuzen und zudem alle Felder einer Farbe! Der Fortschritt bei den Stern-Feldern wird dabei auf einer Leiste am unteren Rand des Spielertableaus festgehalten. So können alle Spieler sehen, wie weit die Mitspieler schon gekommen sind.

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Einschätzung

„Würfelland“ hat alles, was ein gutes Familienspiel mitbringen muss. Die Regeln sind sehr einfach und logisch. Wegen der Würfel ist es natürlich relativ vom Glück bedingt. Aber dennoch bietet „Würfelland“ auch taktische Aspekte. In welche Richtung bewege ich mich bei den Feldern? Welche Farbe wähle ich? Da ich auch eine Farbe überwürfeln kann, gilt es auch hier abzuschätzen, wieviel Risiko ich eingehe. Auch der Gesichtspunkt, was ich den anderen Spielern an Farben liegen lasse, kann eine Rolle spielen. Es gibt also durchaus einige Entscheidungen zu treffen. Da auch alle nichtaktiven Spieler im Zug des aktiven Spielers beteiligt sind, kommt keine Langeweile auf. Jeder Spieler ist eigentlich permanent beteiligt. So bleibt auch die Spannung hoch, denn gerade gegen Ende können oft viele Stern-Felder schnell hintereinander angekreuzt werden.

Das Spielmaterial ist übrigens sehr gut! Die Kreuze auf den Tableaus lassen sich nach dem Spiel dank der mitgelieferten Stifte problemlos und rückstandslos trocken mit Hilfe eines Küchenpapiers abwischen. Einziger Kritikpunkt: Die Farben Gelb und Orange auf den Würfeln waren für etliche Spieler schlecht zu unterscheiden. Aber man gewöhnt sich dran. (Da hat der Verlag inzwischen auch was unternommen. Siehe den Kommentar unten!) Insgesamt ist „Würfelland“ ein super Familienspiel, das sich auch wegen seiner geringen Größe ideal für den Urlaub eignet.

„Würfelland“
Autor: Andreas Spies und Reinhard Staupe
Verlag: NSV / Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 20 Minuten
Preis: ca. 16 Euro

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