Yeti

© Pegasus Spiele
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Bergsteigerlegende Reinhold Messner hat ihn angeblich schon gesehen: Den Yeti! Doch das Schneewesen aus dem Himalaya bleibt genauso geheimnisvoll und verborgen, wie das Seeungeheuer von Loch Ness. Es fehlen die beweiskräftigen Fotos. Und genau um die geht es bei dem Spiel „Yeti“, das im Frühjahr bei Pegasus Spiele erschienen ist.

Wie funktioniert es?
Jeder Spieler führt eine Expedition in den Himalaya, um den „Yeti“ zu finden und einen möglichst guten Schnappschuss von dem Fabelwesen zu machen. Die Spieler müssen den Fußspuren des Yeti folgen. Diese führen als Krämerleiste um einen 3D Berg herum, der sich in der Mitte des Spielplanes erhebt. Der Yeti hat zunächst 50 Schritte Vorsprung vor den Zählsteinen der Spieler. Wer zuerst den Yeti einholt, der gewinnt. Neben dem Zählstein auf der Krämerleiste hat jeder Spieler noch eine Bergsteigerfigur in seiner Spielerfarbe. Die Bergsteigerfigur startet im Basislager am Fuß des Berges. Voran kommen die Spieler durch den geschickten Einsatz von Würfeln. Insgesamt sieben Würfel stehen den Spielern zur Verfügung. Diese Würfel zeigen auf ihren sechs Seiten Schneewolken, Sherpas, Geld, Zelte und Füße. Bei jedem Wurf, den ein Spieler macht, muss er mindestens einen Würfel rauslegen. Schneewolken müssen immer zur Seite gelegt werden. Wenn alle Würfel rausgelegt wurden, wird das Ergebnis ausgewertet. Sherpas führen den Berg hinauf, der sich über drei Ebenen erhebt. Je mehr Sherpas ein Spieler würfelt, desto höher kann er steigen und umso mehr Punkte kann er durch entsprechende Würfelergebnisse sammeln. Jeder gewürfelte Fuß wird nämlich mit der angegeben Zahl auf der jeweiligen Ebene multipliziert. Um auf einer bestimmten Ebene zu bleiben, benötigen die Spieler entsprechend viele Zelte. Die Würfelergebnisse können mit Hilfe von Ausrüstungsplättchen beeinflusst werden, die wiederum Geld kosten. Mit dem Geld können die Spieler auch direkt Füße und damit Punkte sammeln. Sollten mehr als drei Schneewolken von einem Spieler in seinem Zug gewürfelt werden, dann kommt es zu einem Schneesturm. Alle Würfel mit Schneewolken, die über die drei hinausgehen, werden auf den Spielübersichtsplan des jeweiligen Spielers gelegt. Sie kommen erst wieder zu Einsatz, wenn der Spieler wieder an der Reihe ist. Das heißt, alle anderen Spieler haben weniger als sieben Würfel in ihrem Zug zur Verfügung. Außerdem bewegt sich der Yeti auf der Krämerleiste weiter nach vorne und damit von den Spielern weg. So dauert es länger, den Yeti einzuholen.

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Einschätzung
Was bei „Yeti“ sofort ins Auge fällt ist der 3D-Berg. Der alleine schafft schon eine Atmosphäre, die Lust aufs Spiel macht. Überhaupt ist die Ausstattung von aller erster Güte. Da gibt es nun wirklich nichts zu mäkeln. Dazu ist das Spiel super schnell erklärt. Die Regeln sind klar und eingängig. Man ist sofort im Spiel drin. Dank einer sehr gelungenen Übersicht, die jeder Spieler bekommt und der durchdachten Symbolik auf dem Spielmaterial bleiben keine Fragen offen. Dem Spielspaß steht also nichts im Weg und tatsächlich ist „Yeti“ sehr unterhaltsam. Das liegt auch daran, dass die witzige Thematik logisch und gelungen umgesetzt wurde. Die Spieldauer hält sich zudem in Grenzen. Je nach Spieleranzahl und Würfelglück kann eine Partie auch schon nach 15 Minuten beendet sein. Das reizt dazu, gleich wieder zu spielen. „Yeti“ eignet sich hervorragend als Familienspiel oder auch für Menschen, die nicht so oft zu Gesellschaftsspielen greifen. Obwohl der Glücksfaktor relativ hoch ist, gibt, hat „Yeti“ aber auch taktische Tiefe und Einflussmöglichkeiten, wenn es darum geht, welche Würfel ich raus lege. Gerade zu Spielbeginn ist es zum Beispiel sinnvoll die Ausrüstung zu holen, die einen dauerhaften Bonus beschert. Ein Manko ist allerdings die fehlende Interaktion zwischen den Spielern. Gerade in einer Runde mit fünf Spielern muss man relativ lange tatenlos zusehen, was die anderen machen. Da es in der Regel aber keine langen Grübeleien gibt, hält sich das Warten aber auch in Grenzen. Insgesamt ist „Yeti“ ein unterhaltsames Spiel für die gesamte Familie mit einem gelungen umgesetzten witzigen Thema.

„Yeti“
Autor: Benjamin Schwer
Verlag: Pegasus Spiele
Für 2 – 5 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 20 – 40 Minuten
Preis: ca. 25 Euro

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