Zoom In Barcelona

© Game Factory

Die Menschen in Deutschland reisen wieder gerne. Das haben neueste Untersuchungen zum Reiseverhalten der Deutschen ergeben. Besonders beliebt ist demnach der Aufenthalt im eigenen Land. Auf Platz zwei folgt Spanien vor Italien. Wenig überraschend finden sich unter den zehn beliebtesten Städtereisen dann auch zwei spanische Städte: Madrid und Barcelona. Passend dazu hat Game Factory ein Spiel für den deutschen Markt neu aufgelegt, das zunächst vor fünf Jahren vom spanischen Kleinverlag Cucafera Games herausgebracht wurde. Bei „Zoom In Barcelona“ laufen und fahren wir durch die spanische Metropole und machen Schnappschüsse von Sehenswürdigkeiten und der Skyline. Wer das am schnellsten und besten schafft, gewinnt bei diesem Spiel des Autorentrios Núria Casellas, Eloi Pujadas und Joaquim Vilalta.

Wie funktioniert es?

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Wir breiten zunächst vor uns einen Stadtplan von Barcelona aus. Unterteilt ist die Stadt in acht farblich gekennzeichnete Bereiche. Die Orte in den Bereichen sind jeweils mit einem geometrischen Muster in der entsprechenden Farbe gekennzeichnet. So können auch Menschen, die die Farben nicht unterscheiden können, die Orte zuordnen. Die Orte in der Stadt sind mit schwarzen Linien verbunden. Die großen weißen Straßen, die ebenfalls zu sehen sind, verbinden dagegen keine Orte! Zudem gibt es auch U-Bahn-Stationen, zwischen denen wir hin- und herfahren können. Im ersten Augenblick erinnert das alles an den Stadtplan von „Scotland Yard“. Ähnlich wie dort auch wird zu Beginn des Spiels zufällig für jede Person, die mitspielt, ein Startpunkt in der Stadt festgelegt.

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Das geschieht über ein Pappplättchen, das als Fotokamera stilisiert ist. Auf diese Kamera kommt dann noch die Zoom-Scheibe in der von uns jeweils gewählten Farbe. Die farblich passende Spielfigur wird auf den Startort gestellt. Zudem erhalten alle je eine Skyline-Tafel. Dort sind acht markante Orte in Barcelona als Skyline nebeneinander abgebildet. Für jede Person sieht diese Skyline ein wenig anders aus. Mein Ziel ist es an die acht Orte in Barcelona zu reisen, wo sich die Gebäude befinden, die die Skyline bilden.

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Diese Orte sind mit sogenannten Skyline-Plättchen bestückt. Es liegt an jedem dieser Orte aber immer ein Plättchen weniger aus als Personen am Spiel teilnehmen. Neben den Orten mit den Skyline-Plättchen, sollen wir noch Orte mit Sehenswürdigkeiten aufsuchen.

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Damit wir wissen, welche das sind, werden an die rechte Seite des Stadtplans, abhängig von der Anzahl der Personen, die mitmachen, vier oder fünf Ortskarten in eine Reihe gelegt. Unterhalb dieser Sehenswürdigkeiten werden zufällig zwei Plättchen hingelegt, die Themen vorgeben, die besonders belohnt werden, wenn eine Sehenswürdigkeit zu dem Thema passt. Entsprechende Symbole finden sich oben rechts auf den Ortskarten.

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Auch an den unteren Rand des Stadtplans kommen vier Ortskarten. Sie wird Leiste für natürliches Licht genannt. Neben die vier Orte dieser Leiste legen wir Klötzchen in unserer gewählten Farbe. Alle Ortskarten werden zufällig gezogen. Insgesamt gibt es 86 dieser Ortskarten; sie zeigen Sehenswürdigkeiten in Barcelona. Zu diesen sollen wir kommen und dort jeweils ein Foto machen.

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Um zu den Orten mit den Sehenswürdigkeiten und den Skyline-Plättchen zu kommen, müssen wir uns bewegen. Einen oder zwei Schritte weit kann ich zu Fuß gehen. Wenn ich weiter vorankommen will, dann muss ich dafür eine Bewegungskarte abgeben. Vier dieser Karten haben alle jeweils zu Spielbeginn bekommen. Mit diesen Karten kann ich drei bis sechs Schritte weit gehen. Neue Bewegungskarten gibt es nur an bestimmten einzelnen Orten auf dem Stadtplan. Bin ich am Zug, bewege ich mich erst einmal, danach führe ich eine Aktion aus. In der Regel schieße ich ein Foto einer Sehenswürdigkeit oder eines Skyline-Gebäudes. Dafür muss ich auf dem dazugehörigen Feld stehen. Wenn ich nicht so nah herankomme, dann kann ich den Zoom meiner Kamera einsetzen, um auch von weiter weg ein Foto zu machen. Doch der Zoom ist leider schnell verbraucht und erneuert sich nicht. Habe ich ein Foto eines Skyline-Gebäudes gemacht, nehme ich mir das entsprechende Plättchen, so noch vorhanden.

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Habe ich eine Sehenswürdigkeit von der Auslage an der rechten Seite des Stadtplans gemacht, nehme ich diese Ortskarte und lege sie vor mir ab. Eine neue Ortskarte wird gezogen und ausgelegt. Am Ende des Spiels bringt mir jede dieser Ortskarten mindestens drei Siegpunkte. Aber nur, wenn ich auch die Sehenswürdigkeiten besucht und fotografiert habe, die auf der Leiste für natürliches Licht liegen. Die Orte auf dieser Leiste muss ich in genau der Reihenfolge besuchen, wie sie dort ausliegen; beginnend beim Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang. Habe ich den passenden Ort fotografiert, rücke ich mein Klötzchen auf die entsprechende Ortskarte. Je nachdem, wie weit ich auf der Leiste für natürliches Licht vorangekommen bin, kann ich zwei, vier, sechs oder acht Ortskarten werten, die ich besucht und vor mir liegen habe. Mehr als acht Sehenswürdigkeiten können nicht gewertet werden, da das Spiel endet, sobald jemand eine achte Ortskarte nimmt. Eine besondere Rolle spielt der Drachen in Barcelona. Und so gibt es auch bei „Zoom In Barcelona“ eine Drachenfigur, die durch die Stadt bewegt wird.

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Wenn ich an den Ort mit dem Drachen komme, kann ich wählen, ob ich eine Ortskarte aus der Auslage oder ein Skyline-Plättchen nehmen will. Ich kann auch meinen Marker auf der Leiste für natürliches Licht vorrücken. Anschließend wird der Drachen zufällig in einen anderen Bereich der Stadt versetzt. Wenn jemand seine achte Ortskarte genommen hat, wird geschaut, wer durch Sehenswürdigkeiten und die Skyline-Tafel die meisten Punkte holen konnte. Das muss nicht die Person sein, die das Spiel beendet hat.

Einschätzung

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Thematisch ist „Zoom In Barcelona” ein sehr stimmiges und durchdachtes Spiel, das für mich im unteren bis mittleren Bereich der Schwierigkeit für Familienspiele liegt. Je nachdem, ob man alle Komponenten des Spiels nutzen will oder nur einen Teil davon. So ist es möglich, sowohl die Leiste für natürliches Licht als auch die Skyline-Tafeln und deren Wertung zu ignorieren. Doch egal, welche Variante man persönlich wählt, ist „Zoom In Barcelona” es ein einfaches Rennspiel. Ich muss schneller bei den Sehenswürdigkeiten sein als die anderen. Auf dieses einfache Ziel ist es letztlich zu reduzieren. So simpel sind dann auch die Regeln. Ich muss mich bewegen und dann, wenn möglich ein Foto schießen von den gewünschten Orten. Doch ich muss dann eben doch auch gut planen. Wie komme ich am schnellsten von A nach B? Wo sind die anderen und sind die vermutlich schneller dort? Bei den Skyline-Plättchen ist das ziemlich wichtig, da es ja weniger sind als Leute am Spiel teilnehmen.

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Also geht immer jemand auch leer aus! Da heißt es Prioritäten setzen! Wie erreiche ich möglichst schnell die für mich wichtigen Skyline-Plättchen? Bei aller Überlegung, spielt doch auch das Glück eine gewisse Rolle. Wird eine neue Sehenswürdigkeit aufgedeckt und ich stehe schon in der Nähe, dann ist das eben ein Vorteil. Das gilt auch für den Drachen: landet er in meiner Nähe, kann ich ihn schnell nutzen und habe einen kleinen Vorteil. Es sind dann immer auch die kleinen taktischen Entscheidungen, die das Spiel interessant machen. Insgesamt macht „Zoom in Barcelona“ aber einfach auch Spaß und ist ein gutes Familienspiel. Es bietet einen leichten Einstieg durch das sehr zugängliche Thema, mit dem alle sofort was anfangen können. Da kommt Urlaubs-Städte-Trip-Feeling auf. Das Material hat gute Qualität und ist auf das Notwendige beschränkt. „Zoom In Barcelona“ hat in mir auf jeden Fall den Wunsch reifen lassen, diese Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten doch auch mal persönlich zu sehen.

„Zoom In Barcelona”
Autor: Núria Casellas, Eloi Pujadas, Joaquim Vilalta
Verlag: Game Factory
Für 2 – 6 Personen
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: Ab 30 Euro

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