Porta Nigra

© eggertspiele

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Die Stadt Trier kennen wohl die meisten Menschen nur wegen eines berühmten Bauwerks: Der „Porta Nigra“. Das schwarze Tor, wie es übersetzt heißt, stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus und ist das am besten erhaltene römische Stadttor Deutschlands. In genau diese Zeit der Römer führt das Spiel „Porta Nigra“ des Autorenduos Wolfgang Kramer und Stefan Kiesling, das bei eggertspiele erschienen ist.

Wie funktioniert es?
In „Porta Nigra“ übernehmen die Spieler die Rolle von Baumeistern. Diese bauen aber nicht nur an der „Porta Nigra“, sondern auch an drei anderen Bauwerken aus der römischen Zeit in Trier. Um bauen zu können, bedarf es natürlich Baumaterial. Das gibt es in Form von Steinen in vier Stadtvierteln Triers. Der Baumarkt, um es mal so zu nennen, wird immer wieder neu gefüllt. Aber es sind nicht immer die benötigten Bausteine vorhanden. Denn für die einzelnen Teile der Bauwerke werden Steine in bestimmten Farben benötigt. Fünf Farben gibt es, die unterschiedlich teuer und entsprechend verschieden wertvoll beim Bau sind. Schwarze Steine sind billig im Einkauf, bringen aber auch wenige Punkte beim Bau ein. Um die Steine zu kaufen, die benötigt werden, müssen die Baumeister ins jeweilige Stadtviertel reiten. Liegt das Bauwerk, an dem mitgebaut werden soll in einem anderen Viertel, so muss der Baumeister dann wieder dorthin reiten. Doch jede Bewegung kostet bares Geld. Ob überhaupt gekauft und gebaut werden kann, hängt aber von den Aktionskarten ab, die ein Spieler gerade auf der Hand hat. Jedem Spieler steht ein identisches Set an Karten zur Verfügung. Dieser Kartensatz wird gemischt und jeder Spieler nimmt sich von seinem Stapel zwei Karten. Sie geben vor, welche Aktionen im nächsten Zug ausgeführt werden können. Hat der Spieler eine Aktionskarte genutzt, zieht er eine neue vom Kartenstapel nach. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe. Auch er spielt eine von zwei Aktionskarten. So benutzt ein Spieler nach und nach alle seine Aktionskarten. Haben alle Spieler alle ihre Aktionskarten gespielt endet eine Runde. Abhängig von der Spieleranzahl werden überhaupt nur zwei oder drei Runden gespielt. Besondere Würze bringen Ehren- und Bauwerkskarten. Sie bringen den Spielern Punkte oder Boni ein. Um sie zu bekommen, müssen die Spieler bestimmte Voraussetzungen beim Bau erfüllen. Zudem geht es auch darum, in jedem Viertel an den Bauwerken beteiligt zu sein. Denn am Spielende gibt es für jedes Stadtviertel und das dortige Bauwerk eine Mehrheitswertung. Wer nach der Addition aller Punkte am Ende die meisten auf dem Koto hat, gewinnt den Wettbewerb der Baumeister.

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Einschätzung
„Porta Nigra“ kommt in einer dicken und schweren Schachtel daher. Das spricht für viel Inhalt und damit für ein sehr komplexes Spiel für Vielspieler. Doch dieser erste äußere Eindruck täuscht. Tatsächlich ist „Porta Nigra“ ein gehobenes Familienspiel, vielleicht ein Kennerspiel, das nach einer kurzen Erklärung bereits sehr flüssig gespielt werden kann. Dazu trägt auch die sehr gelungene Spielanleitung bei, die keine Fragen offen lässt. Spannend sind die vielen Möglichkeiten, die in „Porta Nigra“ Punkte einbringen. Ehrenkarten und Bauwerkskarten, sowie die Mehrheitswertung am Spielende sollten auf jeden Fall beachtet werden. Sie können den Punktestand noch erheblich verändern. Insgesamt bietet „Porta Nigra“ nicht unbedingt Neues, aber es ist schön kombiniert und thematisch ansprechend verpackt.

„Porta Nigra“
Autor: Wolfgang Kramer und Michael Kiesling
Verlag: eggertspiele
Für 2 – 4 Spieler
Ab 12 Jahren
Dauer: 90 Minuten
Preis: ca. 50 Euro

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