Calico

© Ravensburger

Ein Spiel, bei dem es um Stoffstücke geht und um Knöpfe. Da ist mir bisher eigentlich immer nur „Patchwork“ von Uwe Rosenberg eingefallen, das vielleicht beste Spiel für zwei Personen. Doch seitdem es „Calico“ gibt, muss ich meine Stoffstück/Knopf-Liste eindeutig erweitern und es bringt sogar noch Katzen ins Spiel. Wenn das nicht nach einem gemütlichen Nachmittag klingt, dann weiß ich auch nicht. „Calico“ bezeichnet übrigens eine bestimmte Fellfärbung bei Katzen. Die dreifarbige Schildpattkatze wird gerne auch Glückskatze genannt.

 

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Wie funktioniert es?
Bei „Calico“ gibt es für jeden Spieler ein eigenes kleines Spielertableau. Das ist eine bereits angefangene Steppdecke oder ein Quilt, wie es genau heißt, und der soll fertig gequiltet werden. Dazu gibt es 108 Stoffstücke, in der Form von sechseckigen Plättchen, die es in verschiedenen Kombinationen aus sechs Farben und sechs Mustern gibt.

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Diese Plättchen werden gemischt und landen in einem schönen Stoffbeutel, aus dem sie dann später im Laufe des Spiels zufällig gezogen werden. Aus fünf doppelseitigen Katzentableaus werden drei ausgewählt und jeder der drei Katzen werden zwei Musterplättchen zugeordnet. Später im Spiel erhält ein Spieler einen entsprechenden Katzenmarker, wenn er es schafft, das von der Katze bevorzugte Muster in einer bestimmten Häufigkeit nebeneinander auf seinem Quilt vorkommen zu lassen. Je aufwendiger die Vorliebe der jeweiligen Katze, umso mehr Punkte bringt sie dem Spieler, wenn er diese erfüllen kann.

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Während Katzen also bestimmte Muster bevorzugen, benötigen die Spieler dieselbe Farbe nebeneinander auf Stoffplättchen, um den farblich dazu passenden Knopf zu erhalten. Jeder Knopf bringt in der Endabrechnung drei Siegpunkte ein. Doch neben Katzen und Knöpfen, gibt es noch sechs verschiedene Aufgabenplättchen, von denen jeweils drei auf dem Quilt jedes Spielers landen. Dabei hat jeder Spieler dieselben drei Aufgaben zu lösen. Um diese Aufgabenplättchen herum sollte jeder Spieler bestimmte Stoffplättchen gruppieren, um die Punkte der jeweiligen Aufgabe zu erhalten.

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Das ist also die Herausforderung des Spiels: Mehrere, sich zum Teil widersprechende, Ziele erfüllen. Erschwert wird das Unterfangen noch dadurch, dass jeder Spieler zu Beginn des Spiels lediglich zwei Stoffplättchen aus dem bereits erwähnten Beutel ziehen darf. Zwischen diesen beiden Plättchen gilt es dann zu wählen und eins davon auf das Quilt-Spielbrett zu legen. Immerhin kann ein Stoffstück auf eine beliebige freie Stelle gelegt werden. Es muss also nicht etwa immer weiter an ein bereits gelegtes Stück Stoff angelegt werden. Hat ein Spieler ein Stoffplättchen gelegt, gilt es ein neues Plättchen auf die Hand zu nehmen.

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Neue Stoffplättchen gibt es in einer offenen Auslage zwischen den Spielern. Diese bietet aber auch nur die begrenzte Auswahl aus drei Stoffplättchen. Ergänzt wird diese Auslage am Ende des Zuges eines Spielers immer wieder aus dem Stoffbeutel. Das Spiel endet, wenn alle Spieler ihr Quilt-Spielbrett komplett mit Stoffplättchen belegt haben.

 

 

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Einschätzung
„Calico“ ist eine Augenweide! Das Spiel hat wunderschöne Farben und Muster und überhaupt ist das Material einfach von höchster Qualität. Die Regeln des Spiels sind im Grunde simpel: ein Stoffplättchen nehmen und auf meinen Quilt legen. Doch damit dann die geforderten Ziele zu erreichen, das ist wirklich eine große Herausforderung. Schon nach zwei, drei gelegten Plättchen wird deutlich, dass ich mitunter eben nicht alle Ziele und Wünsche erfüllen kann. Ich muss Abstriche machen. Dabei lohnt sich der Blick auf die Quilts der anderen Spieler. Ist das Stoffplättchen in der Kombination, die ich benötige, um ein Ziel zu erreichen denn überhaupt noch im Beutel oder sind nicht schon alle drei prinzipiell vorhandenen Exemplare auf Spielbrettern verteilt? Welche Ziele widersprechen sich zu sehr, wo kann ich möglichst zwei Ziele oder Wünsche mit einem Stoffplättchen erfüllen. Fragen über Fragen, die sich einem da stellen. Da ist es fast gut, dass die Auswahl auf der Hand so eingeschränkt ist! Sonst würde die Spielzeit wohl ins Uferlose tendieren.

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Das tut sie aber nicht. Sie hält sich mit deutlich unter einer Stunde absolut im Rahmen. „Calico“ ist eine absolut gelungene, familientaugliche Mischung aus Planung und taktischen Entscheidungen, die ich treffen muss, weil der Zufall eben auch mitspielt. Schön finde ich, dass es verschiedene Varianten bei den Aufgabenplättchen und den Katzen gibt, um die Schwierigkeit der Ziele anzupassen und immer wieder neue Herausforderungen zu haben. So wird es nicht langweilig. Zudem können dadurch sowohl Gelegenheitsspieler als auch Vielspieler den Grad der Herausforderung wählen, den sie gerne haben wollen. Für Familien passt das auch. „Calico“ ist ein großartiges Spiel, das ich von Herzen empfehlen kann, und zwar nicht nur für Katzenliebhaber oder Freunde des Quiltens.

„Calico“
Autor: Kevin Russ
Verlag: AEG / Ravensburger
Für 1 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 30 – 45 Minuten
Preis: 40 Euro

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