Celtic

 

© Pegasus-Spiele

Ein Déjà-vu hatte ich, als ich zum ersten Mal das Spiel „Celtic“ von Pegasus-Spiele gesehen habe. Die Frage ging mir durch den Kopf: „Sieht die Grafik des Spielplans nicht genauso aus wie bei „Wunderland“?“ Und dann stellte ich beim Lesen der Spielanleitung fest: nicht nur die Grafik ist ähnlich! Doch der Reihe nach. „Celtic“ spielt in der Wetterau und hat einen realen historischen Hintergrund. Die Wetterau ist eine Region und Landkreis in Hessen, der nördlich an das Rhein-Main Gebiet angrenzt. Im Westen liegt der Taunus im Osten der Vogelsberg. Eine fruchtbare Gegend, in der schon die Römer und vor diesen die Kelten siedelten. Auf dem Glauberg in der östlichen Wetterau, regierte ein Keltenfürst. Die Reste dieser Siedlung und des Keltenfürsten sind heute in einem Museum zu sehen. In „Celtic“ sollen die Spieler ausgehend von diesem Keltendorf zu verschiedenen Orten in der Wetterau reisen und Waren einsammeln.

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Wie funktioniert es?
Der Spielplan von „Celtic“ zeigt die Wetterau mit zahlreichen Orten, allerdings alle ohne Namen, denn die hat es zur Zeit der Kelten ja noch nicht gegeben. Dafür gibt es an den Orten Bilder von Hühnern, Halsketten, Apfelbäumen, Werkzeugen und was es sonst noch so zu Zeiten der Kelten in der Wetterau gegeben hat. An den Rändern des Spielplans gibt es sieben besondere Orte. Dort finden sich Handelswaren in Form von Handelskarten. An jedem Ort gibt es eine andere Handelsware. Fast am östlichen Rand des Spielplans liegt das Keltendorf, von dem aus zwei bis vier Spieler mit ihren jeweils acht Spielsteinen in ihrer Spielerfarbe beginnen.

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Jeder Spieler stapelt seine Spielsteine zu kleinen Türmen auf. Zu Beginn des Spiels zieht jeder Spieler verdeckt zwei Zielkarten. Sie zeigen entweder zwei oder drei Orte an, die der Spieler mit seinen Spielfiguren erreichen sollte, um die Zielkarte zu erfüllen und die auf der Zielkarte angegebenen Siegpunkte – das können 15 oder 20 sein – zu bekommen. Erfüllt hat ein Spieler die Zielkarte dann, wenn es ihm im Laufe des Spiels gelingt gleichzeitig mindestens einen seiner Spielsteine an jedem Orte der Zielkarte zu haben. Ist ein Spieler am Zug, so muss er mit beliebig vielen seiner Spielsteine ein bis zwei Orte weit ziehen.

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Zieht ein Spieler zwei Orte weit, so darf er unterwegs aber keinen seiner Spielsteine absetzen. Nun dürfen sich alle anderen Spieler im Uhrzeigersinn überlegen, ob sie mit beliebig vielen eigenen Spielsteinen bis zu diesem Ort mitreisen wollen. Auch für diese Spieler gilt, sie dürfen zwischendurch keine Spielsteine absetzen. Haben alle Spieler eine Entscheidung getroffen und sind mitgereist oder auch nicht, ist der nächste Spieler an der Reihe und entscheidet, wohin er seine Spielsteine ziehen will. Und auch dann können wieder alle anderen Spieler entscheiden, ob sie mitreisen wollen oder nicht.

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Hat nun ein Spieler, wenn er am Zug ist, gleichzeitig an jedem Ort einer Zielkarte einen eigenen Spielstein stehen, kann er das den Mitspielern zeigen und die Zielkarte als erfüllt offen vor sich ablegen. Von jedem der Orte der erfüllten Zielkarte setzt der Spieler nun einen seiner Spielsteine zurück in das Keltendorf. Anschließend zieht er eine neue Zielkarte. Wer zuerst fünf Zielkarten erfüllt hat, beendet das Spiel. Dieser Spieler hat aber nicht zwangsläufig gewonnen. Denn es gibt ja noch die sieben Orte mit Handelswaren, die auch Punkte einbringen. Hat ein Spieler eigene Spielsteine an so einem Handelsort, kann er in seinem Zug beliebig viele eigene Spielsteine von beliebig vielen dieser Handelsorte in das Keltendorf zurücksetzen.

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Für jeden so zurückgesetzten Spielstein erhält der Spieler eine Handelsware vom entsprechenden Ort. Das Spiel kann auch enden, wenn ein Spieler von allen sieben Handelsorten mindestens eine Ware gesammelt hat. Wie viele Punkte Handelswaren am Ende des Spiels einbringen, hängt von der Anzahl der erfüllten Zielkarten und der Menge der gleichen und verschiedenen Handelswaren ab. Ein Spieler darf höchstens so viel gleiche Handelswarenkarten in die Wertung einbringen, wie er Zielkarten erfüllt hat. Überzählige Handelskarten dieser Art muss er abwerfen. Die Handelsware, die der Spieler am häufigsten hat, wird mit jeweils einem Punkt gewertet. Die zweithäufigste Handelsware mit zwei Punkten, usw. Wer nun in der Summe der Siegpunkte der erfüllten Zielkarten und der Siegpunkte durch Handelskarten vorne liegt, der gewinnt.

Einschätzung
„Celtic“ ist grafisch sehr schön gestaltet und hat ebenso schönes Material. Der Spielplan ist allerdings ordentlich groß und erfordert einen entsprechenden Tisch. Die Spielanleitung ist dafür sehr kurz, klar und mit aussagekräftigen Beispielen versehen. Kompliziert ist das Spiel nun wirklich nicht. Und dennoch ist es auch nicht einfach. Als Spieler muss ich ständig taktische Überlegungen treffen.

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Auch dann, wenn die Mitspieler aktiv an der Reihe sind. Das erfordert der besondere Kniff des Spiels: das Mitreisen! Das sorgt aber auch dafür, dass niemand rumsitzt und wartet, dass jemand mit seinem Zug fertig wird. Ich könnte ja immer auch beteiligt sein. Also muss ich stets überlegen, ob es sich lohnt mitzureisen. Passt das in die Planung meiner Reiseroute? Denn die will gut überlegt sein. Was das angeht ähnelt „Celtic“ schon sehr dem Spiel „Wunderland“, das 2012 bei Pegasus-Spiele erschienen ist. Doch bei „Celtic“ wurden einige Veränderungen vorgenommen. Die wichtigste ist die veränderte Schlusswertung, in der die Handelswaren, die in die Wertung eingebracht werden können, durch die erfüllten Zielkarten limitiert werden. Überhaupt ist die Schlusswertung das Komplizierteste an „Celtic“. Doch auch die wird in der Spielanleitung sehr gut erklärt. Insgesamt ist „Celtic“ ein sehr ansprechendes Familienspiel, das für mich genau die richtige Mischung bietet aus Anspruch und Einfachheit.

„Celtic“
Autor: Dirk Hillebrecht
Verlag: Pegasus-Spiele
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 40 – 60 Minuten
Preis: 30 Euro

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