Die Inseln im Nebel

© Schmidt Spiele

Ballonfahrer sind ein sehr eigenes Völkchen. Alle gehören sie dem „Adelsstand“ an. Jedenfalls nachdem sie zum ersten Mal in einem Ballon mitgefahren sind. Die Taufe mit dem neuen Adelsnamen erfolgt mit dem Abschneiden und Verbrennen einer Locke, die dann mit Sekt gelöscht wird. So wird man zur „Luftgräfin“ oder zum „Himmelsbaron“. Das alles geschieht leider nicht, wenn man die erste erfolgreiche Ballonfahrt im Spiel „Die Inseln im Nebel“ absolviert hat, das bei Schmidt Spiele erschienen ist.

Wie funktioniert es?
Bei die „Inseln im Nebel“ erkunden zwei bis vier Spieler mit einem Heißluftballon eine Insel, bei der bis auf die Küstenabschnitte alles noch im Nebel liegt und leeres Terrain ist. Ziel der Spieler ist es alle Küstenabschnitte dieser Insel mit dem Zentrum zu verbinden. Dabei hat jeder Spieler eine eigene Insel in Form eines Sechsecks, die sechs Seiten dieser Insel sind unterschiedliche Küstenabschnitte. Da gibt es neben Wald und Wiese auch Fels und Sand, Sumpf und Hügel.

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Für jede dieser Landschaftsformen gibt es Landschaftsplättchen in einem Stoffbeutel. In diesem befinden sich zudem noch Städte und Monumente. Jeder Spieler startet mit seinem Ballon in der Mitte seiner Insel, direkt neben seiner Ballonwerft und kann, wenn es gut geht, die Windrichtung ausnutzen, die für alle Spieler jede Runde neu ausgewürfelt wird. Will ein Spieler gegen den Wind steuern, muss er dafür Energie aufwenden, die natürlich nur begrenzt zur Verfügung steht. Eine Zahl auf dem Feld oder dem Landschaftsplättchen auf dem der Ballon eines Spielers steht, gibt an, wie weit er mit seinem Ballon fahren kann. Der Spieler zieht entsprechend weit. Will er weiter oder kürzer fahren, so muss er auch dafür Energie aufwenden. Hat ein Spieler seinen Ballon bewegt, nimmt er sich Landschaftsplättchen aus einer immer wieder zufällig bestückten und gleichzeitig begrenzten Auslage.

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Diese besteht aus mehreren Wolken, auf denen bis zu drei Landschaftsplättchen, bzw. Monumente und Städte gelagert werden können. Von einer dieser Wolken nimmt der Spieler alle Plättchen herunter und entscheidet nun, was er damit machen will. Er kann Plättchen zurück in den Beutel werfen, aus dem heraus die Wolken zu Beginn jeder Runde neu bestückt werden. Tut er dies, gewinnt er Energie entsprechend der Zahl auf dem zurückgelegten Plättchen. Der Spieler kann aber auch das von der Wolke genommene Plättchen auf seinem Spielertableau, auf einem von sechs sogenannten Okularen, ablegen. Die Okulare befinden sich oberhalb der Insel. Von den Okularen kann der Spieler gelagerte Plättchen herunternehmen und um seinen Ballon herum auf noch leere Felder der Insel platzieren. So entsteht nach und nach eine Landschaft, die dann eben die Küstenabschnitte mit der Mitte verbinden.

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Das Spiel endet, sobald ein Spieler alle sechs Küstenabschnitte über Landschaftsplättchen mit der Ballonwerft in der Inselmitte verbunden hat. Städte und Monumente zählen dabei nicht zu den Landschaftsplättchen. Es ist aber dennoch sinnvoll Städte und Monumente zu bauen, da diese durchaus Siegpunkte einbringen. Nach einer letzten Runde wird geschaut, wer durch Landschaftsplättchen, Städte, Monumente und andere Boni die meisten Punkte sammeln konnte.

Einschätzung
„Die Inseln im Nebel“ haben mich voll überzeugt. Das Spiel ist sehr ansprechend Illustriert und ist schlicht und ergreifend gut. Es hat zwar einen gewissen Anspruch und gehört zu den gehobenen Familienspielen, fast schon im Bereich eines Kennerspiels, aber es ist dennoch sehr schnell erklärt. Denn die Grundprinzipien des Spiels sind leicht verständlich und folgen einem klaren Ablauf. Dennoch dauern „Die Inseln im Nebel“ oft deutlich länger als die angegebenen 45 Minuten. Das Spiel erfordert nämlich etliche taktische Entscheidungen.

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Die hängen immer davon ab, welche Landschaftsplättchen in der Auslage liegen und in welche Richtung der Wind meinen Ballon treibt. Es ist durchaus knifflig, welchen Weg man einschlagen sollte. Deshalb ist auch jedes Spiel immer wieder neu spannend. Mit dem Spiel werden neben dem Grundmodul noch zwei weitere Module mitgeliefert. Mir hat das Grundspiel aber schon ausgereicht, da es schon sehr viel Spieltiefe mit sich bringt. Da geht es mir bei „Die Inseln im Nebel“ wie bei „Die Tavernen im Tiefen Thal“. Auch da hat mir das Grundspiel schon genügt, weil es einfach gut war. Aber die Module erlauben es natürlich dem Spiel noch einmal neue Aspekte hinzuzufügen. Mir hat „Die Inseln im Nebel“ ausgesprochen gefallen und es wird bei uns über Weihnachten sicher öfter gespielt. Ein absoluter Tipp als Weihnachtsgeschenk für Leute, die gerne Brettspiele und dabei einen gehobenen Anspruch mögen

„Die Inseln im Nebel“
Autor: Volker Schächtele
Verlag: Schmidt Spiele
Für 2 – 4 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: 30 Euro

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