Double Donkey

© Piatnik

Tiere kommen ja nicht immer gut weg. “Du alter Esel”, “Du blödes Schaf” oder “Du dumme Gans” – werden leider immer noch gerne als Schimpfworte verwendet. Damit tut man den Tieren unrecht und den so titulierten Menschen meistens auch. Und dennoch der größte Esel will nun vermutlich niemand sein und erst recht nicht bei “Double Donkey”, dem Spiel, das im Piatnik Verlag erschienen ist. Denn, wer hier der “größte Esel” ist, hat nur wenig Aussicht das Spiel zu gewinnen.

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Wie funktioniert es? 

„Double Donkey“ ist ein Kartenspiel, das aus rund 60 Karten besteht. Auf den allermeisten davon sind jeweils zwei Esel in unterschiedlichen Farben zu sehen. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Farben. Und es gibt auch sechs Würfel in diesen Farben. Die Karten werden gemischt und an jede von zwei bis fünf Personen werden je zehn Karten verteilt. Restliche Karten kommen in die Mitte. Meine Karten liegen als kleiner Zugstapel verdeckt vor mir. Drei meiner Karten nehme ich schon mal auf die Hand. Ziel ist es bei “Double Donkey”, dass ich als erste Person keine Karten mehr habe. Weder auf der Hand noch in meinem Zugstapel. Und da kommen nun die sechs erwähnten Würfel ins Spiel. Die werden reihum gewürfelt und jede Person sucht sich jeweils einen Würfel aus und legt ihn in die Mitte.

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Das heißt, dass mit jeder Person, die würfelt ein Würfel weniger geworfen wird. Beim Aussuchen, welcher Würfel in die Mitte gelegt wird, gilt die Regel, dass dieser Würfel eine andere Augenzahl zeigen muss als ein Würfel, der schon in der Mitte liegt. Ist dies nicht möglich, kann ich frei einen Würfel auswählen. Gewürfelt wird so lange, bis auch der letzte Würfel in der Mitte liegt. Das bedeutet, dass ich auch mehrfach mit dem Würfeln dran sein kann. Ist auch der letzte Würfel gewürfelt und liegen alle in der Mitte, wählt jede Person eine, zwei oder auch alle drei Karten von der Hand aus und legt sie verdeckt vor sich ab. Dann werden diese Karten gleichzeitig aufgedeckt und es wird geschaut, wer die Karte mit dem höchsten Wert hat? Dabei geht es um eine einzelne Karte und nicht die Summe meiner Karten.

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Der Wert jeder Karte wird bestimmt, indem geschaut wird, welche Augenzahl die Würfel in den Farben haben, die auf der Karte zu sehen sind. Habe ich eine Karte gelegt, auf der ein gelber und ein grüner Esel zu sehen sind und der gelbe Würfel zeigt eine Drei und der grüne Würfel eine Vier, so hat meine Karte den Wert Sieben. Neben den normalen Karten, mit den Doppeleseln, gibt es noch sechs Karten mit wütenden Eseln; in jeder Farbe jeweils einen. Wird so ein wütender Esel aufgedeckt, dann verändert er den Wert des jeweiligen Würfels in seiner Farbe. Dieser Würfel wird auf seine gegenüberliegende Seite gedreht. So kann aus einer harmlosen Zwei schnell eine Fünf werden und den Wert meiner Karten erhöhen.

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Die Person, die die wertvollste Karte aufgedeckt hat, ist der größte Esel und muss die Hand wieder mit Karten auf drei Karten auffüllen, aber nicht etwa vom eigenen Zugstapel, sondern aus der Mitte. Alle anderen ziehen vom eigenen Zugstapel nach und füllen so ihre Hand wieder bis auf drei Karten auf. Dann beginnt eine neue Runde. Gespielt wird so lange, bis die erste Person dann keine Karten mehr hat; weder im Zugstapel noch auf der Hand. 

 

 

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Einschätzung
“Double Donkey” ist ein flottes Kartenspiel, das in wenigen Minuten erklärt ist und sich auch schnell spielt. Die wenigen Regeln kann ich mir gut merken. Worauf es ankommt, ist Glück beim Würfeln, aber auch ein wenig taktisches Geschick. Mein Ziel muss es natürlich sein, möglichst niedrige Werte bei meinen ausgelegten Karten zu haben oder aber, allen anderen möglichst hohe Werte zu verschaffen. Wenn ich selbst in einer Farbe keinen Esel habe, kann ich den Würfel in dieser Farbe auch mit einer hohen Augenzahl in die Mitte legen. Aber welcher Würfel ist da nun günstig bei den Farben, die ich habe? Durch die Sonderkarten, der wütenden Esel, kann ich die Würfelergebnisse noch ein wenig durcheinanderbringen. Das sorgt für Spannung und überraschende Ergebnisse, weil eben nicht alles berechenbar ist. Das Spiel hat ein gewisses Potential fies zu sein, aber es verleitet gewiss nicht zu überlagen Grübeleien. Insgesamt ist „Double Donkey“ ein flottes und vor allem unterhaltsames kleines Kartenspiel, das sich gut als Familienspiel und Spiel für Zwischendurch eignet.

„Double Donkey“
Autor: Michael Modler
Verlag: Piatnik
Für 2 – 5 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 20 Minuten
Preis: 10 Euro 

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