Forbidden Sky

© Schmidt Spiele

Nicht immer werden Spiele besser, wenn es dazu eine Fortsetzung oder Erweiterung gibt. Im Fall von „Forbidden Sky“ ist das anders. Es ist das dritte Spiel von Autor Matt Leacock in seiner Trilogie von kooperativen Überlebensspielen. In „Die verbotene Insel“ war es darum gegangen eine im Meer untergehende Insel zu verlassen und davor noch Artefakte einzusammeln. Im zweiten Teil „Die vergessene Stadt“ waren es Teile eines Fluggerätes, die zu finden waren, bevor ein Sandsturm alles zudeckt. Nun geht es im dritten Teil in den Himmel. Die Spieler müssen als Team gemeinsam eine in der Atmosphäre schwebende Forschungsstation verlassen, die von einem heftigen Sturm mit extremen Windböen und Blitzschlägen heimgesucht wird. Doch die rettende Rakete muss erst startklar gemacht werden. Dazu muss ein geschlossener Stromkreis errichtet werden.

Wie funktioniert es?
Die Spieler übernehmen, wie auch in den beiden Teilen davor schon, die Rolle eines Teammitglieds. Dabei verfügt jedes Mitglied über eine spezielle Fähigkeit, die es in seinem Zug als Aktion einsetzen kann. So kann der Arzt Verletzungen bei sich und anderen Spielern heilen, wenn sich diese mit ihm auf einem Feld befinden. Die Felder kommen ebenfalls durch Aktionen ins Spiel. Insgesamt verfügt jeder Spieler über bis zu vier Aktionen, die er in beliebiger Reihenfolge und auch wiederholt einsetzen kann. Er kann „erkunden“. In dem Fall nimmt er vom verdeckten Stapel der Plättchen, die die Raumstation darstellen, ein Plättchen und legt es offen vor sich ab. Außerdem kann der Spieler als Aktion „entdecken“. Das heißt, er legt ein Plättchen, das er zuvor erkundet hat, benachbart zu einem Plättchen, auf dem er gerade steht. Um voranzukommen, besteht eine Aktion darin die eigene Spielfigur ein Feld weiter zu bewegen. Zuletzt gibt es noch die Aktion „Leitung legen“. Denn im Idealfall sind durch das Anlegen der Plättchen Bereiche auf dem Spielfeld entstanden, auf die Kondensatoren, Blitzableiter und eine Raketenplattform gelegt werden. Diese gilt es in einem Stromkreis zu verbinden und zu schließen.

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Das Alles wäre nicht so schwierig, wenn es nicht zwingend vorgeschrieben wäre, dass jeder Spieler am Ende seines Zuges Karten vom verdeckten Stapel der Wetterkarten ziehen muss. Zu Beginn ist das immer nur eine Karte, doch im Laufe des Spiels können das bis zu fünf Karten pro Spieler werden. Durch die Wetterkarten wird der Sturm immer schlimmer, fegen Windböen über die Raumstation und schlagen Blitze ein. Und zwar immer dort, wo sich ein Blitzableiter befindet. Durch Stromkabel, die sich auf den Plättchen befinden und durch die Leitungen, die die Spieler legen, wird der Blitzschlag auf jedes Plättchen geführt, das über Kabel und oder Leitungen mit einem Blitzableiter verbunden ist. Erleidet ein Spieler so einen Blitzschlag, verliert er einen Lebenspunkt. Erreicht ein Spieler null Lebenspunkte, stirbt er und das Team verliert. Das geschieht auch, wenn bei einem Spieler das lebenswichtige Seil reißt. Jede Windböe, die einen Spieler über den Rand der Raumstation fegen würde, reißt an seinem Seil. Ebenso hat das Team verloren, wenn am Ende die Rakete abhebt und nicht alle Spieler auf zur Rakete benachbarten Feldern stehen. Die vierte Möglichkeit als Team zu verlieren besteht darin, dass der Sturm so stark wurde, dass das niemand überleben kann. Um die Chancen zu erhören, dass alles erfolgreich zu überstehen, haben einige Plättchen der Raumstation nützliche Effekte. Manche schützen vor Blitzschlag, andere vor Wind, einige bringen den Spielern hilfreiche Gegenstände, wie einen Raketenrucksack, der es erlaubt auf ein beliebiges Feld zu fliegen und auch noch einen anderen Spieler mitzunehmen. Trotz allem erfordert es ein hohes Maß an Überlegung, Koordination und Absprache, damit am Ende alle Spieler sicher in der Rakete sitzen.

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Einschätzung
„Forbidden Sky“ lebt von seiner enormen Spannung und der Kooperation der Spieler. Nur als Team kann die Aufgabe bewältigt werden. Und diese Aufgabe hat es wirklich in sich. Selbst in der Einsteigervariante ist es schon eine Herausforderung, dass niemand aus dem Team verloren geht und am Ende alle mit der Rakete abheben. Doch es ist eine Herausforderung, die auf eine positive Weise anstachelt! Wie hätten wir es besser machen können, damit alle ans Ziel gelangen? Dabei gilt es, nie zu sicher zu sein. Denn das Blatt kann sich sehr schnell wenden. Eben noch glaubte man, die Rakete im Grunde erreicht zu haben und dann werden Spieler vom Wind verblasen oder vom Blitz getroffen und das Spiel ist verloren. Deshalb ist es so wichtig sich miteinander zu beraten und die beste Lösung zu finden. Natürlich spielt Glück auch eine gewisse Rolle. Je nachdem welche Wetterkarten wann gezogen werden, kann es glimpflich oder furchtbar ausgehen. Die Krönung am Ende ist übrigens, dass die Rakete am Ende tatsächlich Startgeräusche macht, weil wirklich ein Stromkreis geschlossen wurde. Für mich ist „Forbidden Sky“ ein erstklassiges Spiel für Familien und Erwachsene, das wegen seiner wenigen und einfachen Regeln im Grunde in jeder Zusammensetzung gut zu spielen ist. Und es ist definitiv ein Spiel, das immer wieder auf den Tisch kommt.

„Forbidden Sky“
Autor: Matt Leacock
Verlag: Schmidt Spiele
Für 2 – 5 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: 32 Euro

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