Glasgow

© Lookout Spiele

Schottland ist berühmt für seine Highlandgames, diverse Single Malt Whiskeys und den Dudelsack. Schottland ist Heimat solcher Persönlichkeiten wie William Wallace, Robert the Bruce, Lord Byron und Sir Walter Scott. Und Schottland hat eine großartige Natur zu bieten, deren raue Schönheit von alten und urtümlichen Burgen gekrönt wird. Kein Wunder, dass Schottland auch die Phantasie von Spieleautoren reizt. Mit „Isle of Skye“ und „Glenmore“ gibt es zwei sehr bekannte Spiele, die in Schottland verortet sind. Nun ist mit „Glasgow“, erschienen bei Lookout Spiele, ein weiteres Spiel hinzugekommen.

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Wie funktioniert es?
Bei dem Spiel für zwei Personen beteiligen sich beide Spieler beim Aufbau der Stadt Glasgow am Fluss Clyde. Dazu dürfen beide Spieler gemeinsam insgesamt zwanzig Gebäuden bauen. Dabei müssen die Gebäude im Raster 5 x 4 oder 4 x 5 innerhalb eines Kreises errichtet werden. Dieser Kreis wird aus 16 Charakterplättchen gelegt und stellt den Hafen am Fluss Clyde dar. Zwölf dieser Charakterplättchen bringen Ressourcen ein oder ermöglichen besondere Aktionen. Vier Charaktere sind Architekten. Diese haben jeweils zwei Gebäude im Angebot, die sie für die Spieler errichten können.

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Beide Spieler haben jeweils eine Spielfigur, die sie im Uhrzeigersinn entlang des Flusses (also des Kreises) bewegen und auf ein Charakterplättchen bewegen. Dabei ziehen die Spieler nun aber nicht abwechselnd, sondern wer weiter hinten steht ist am Zug. Außerdem darf auf einem Charakterplättchen immer nur eine Figur stehen. Ausnahme sind hier die Architekten. Wer auf eines der Charakterplättchen geht, der bekommt die Ressource, die dieser Charakter anbietet oder kann die dazugehörige Aktion des Charakters ausführen.

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Wer einen Architekten aufsucht, der darf Gebäude bauen, gegen Abgabe der entsprechenden Ressourcen. Jedes Gebäude nach dem ersten, das ein Spieler in einem Zug bauen will, kostet jedoch zusätzlich Gold. Also muss ausreichend Gold vorhanden sein und auch von den anderen Ressourcen. Doch die Lagerung von Ressourcen ist eingeschränkt. Jeder Spieler hat eine persönliche Lagerhalle, in der gerade einmal fünf Ziegel, vier Stahl und drei Gold eingelagert werden können. Zusätzlich ist noch Platz für ein Whiskeyfass, das als Joker-Ressource verwendet werden kann. Diese Fass kann jedoch auch vom Gegenspieler aus dem Lager gestohlen werden. Es ist also ein flüchtiges Gut. Wer ein Gebäude errichtet, legt es so in das Raster, das es mit einer Seite an ein bereits ausliegendes Gebäude angrenzt.

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Ein kleiner Pfeil auf dem Gebäude sollte in die Richtung des Spielers zeigen, der dieses Gebäude gelegt hat. Damit wird deutlich, dass es ihm gehört. Bei den Gebäuden gibt es grundsätzlich zwei Arten. Fabriken können während des Spiels zusätzliche Ressourcen generieren oder Aktionen auslösen. Das geschieht dann, wenn ein Gebäude in dieselbe Zeile oder Spalte wie eine Fabrik gelegt wird. Dabei ist es unerheblich wer das Gebäude legt. Der Besitzer der Fabrik erhält die Ressource oder kann die Aktion ausführen. Neben den Fabriken gibt es noch Gebäude, die am Ende des Spiels Punkte einbringen. Wohnhäuser profitieren von benachbarten Wohnhäusern.

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Parks multiplizieren sich mit anderen Parks, egal wo sie liegen. Wahrzeichen bringen einfach so viele Punkte ein. Bahnhöfe bringen dem Besitzer dann Punkte ein, wenn er mindestens eine Fabrik, ein Wohnhaus, einen Park und ein Wahrzeichen gebaut hat. Läden bringen nur dann Punkte, wenn sie am Ende an einer Ecke des 5 x 4 Rasters liegen. Banken belohnen den Besitz von vielen Fabriken oder von im Lager befindlichen Ressourcen. Wenn genau 20 Gebäude gebaut wurden, endet das Spiel sofort. Dann wird gezählt, wer mit seinen Gebäuden die meisten Punkte erzielen konnte.

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Einschätzung
„Glasgow“ hat sehr einfache und leicht verständliche Regeln; ist aber dennoch kein simples Spiel, sondern wartet mit vielen taktischen Raffinessen auf. Das beginnt schon damit, dass eben nicht abwechselnd gezogen wird. Da heißt es gut überlegen, wie viele Züge ich dem anderen Spieler gönne. Welche Ressource will unbedingt haben oder welches Gebäude unbedingt errichten? Zudem haben die Gebäude ihre verschiedenen Effekte, die es klug zu nutzen gilt. Wohin lege ich ein Gebäude und welche Fabriken löse ich damit aus? Helfe ich vielleicht meinem Gegenspieler? Auch die eingeschränkten Lagermöglichkeiten von Ressourcen sind im Auge zu behalten. Also müssen die Spieler scharf kalkulieren, was wann wo gebaut werden soll.

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„Glasgow“ ist ein zwei Personen-Spiel wie es sein soll und ich mir das wünsche. Es ist nicht zu simpel, aber auch nicht überfrachtet. Es ist knackig kurz und vom Anspruch her, genau richtig nach meinem Geschmack. Ich muss auch manchmal gemein sein und dem anderen Spieler ein Gebäude wegschnappen. Zwar bauen die Spieler die Stadt gemeinsam, spielen aber gegeneinander. Uns hat „Glasgow“ viel Spaß gemacht und ich hätte jederzeit Lust, wieder eine Runde zu spielen und das ist ja das Beste, was man über ein Spiel sagen kann.

„Glasgow“
Autor: Mandela Fernández-Grandon
Verlag: Lookout Spiele / Vertrieb: ASS Altenburger
Für 2 Spieler
Ab 10 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 22 Euro

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