Santorini

© Spin Master

Blaues Meer, blauer Himmel und blaue Kuppeln auf strahlend weißen Häusern. Das ist Santorini. Die griechische Insel ist berühmt für ihre markanten Gebäude und ihre Katzen. Die Gebäude stehen im Mittelpunkt des gleichnamigen Spiels „Santorini“, das bei Spin Master erschienen ist. Katzen kommen leider keine vor. Bei „Santorini“ versucht jeder Spieler Gebäudeteile so zu platzieren, dass er eine von zwei Siegbedingungen erfüllt.

Wie funktioniert es?
Vor den Spielern erhebt sich die Insel Santorini aus dem Meer. Zunächst noch völlig ohne jedes Gebäude, ist nur eine leere grüne Fläche, auf der die Gebäude errichtet werden sollen, zu sehen. Die Fläche ist für den späteren Gebäudebau aber schon in quadratische Felder unterteilt. Jeder Spieler verfügt über zwei Spielfiguren, für die er zu Beginn ganz frei eine Startposition auf der leeren Baufläche wählt. Im Laufe des Spiels führen die Spieler dann abwechselnd ihre Züge aus. Zuerst bewegt ein Spieler eine seiner beiden Figuren. Dann ist der andere Spieler mit einer seiner beiden Figuren an der Reihe. Ein Spieler gewinnt dann, wenn eine seiner beiden Figuren die dritte Ebene eines Gebäudes erreicht oder sein Gegner keine seiner Figuren mehr bewegen kann. Die Regeln für den Gebäudebau sind denkbar einfach. Als Spieler muss ich eine meiner zwei Figuren genau ein Feld weit bewegen. Auf dem neuen Feld darf keine andere Figur stehen. Danach muss der Spieler ein Gebäudeteil auf ein benachbartes Feld setzen, vorausgesetzt auch dort steht keine Figur. Sollte sich auf dem benachbarten Feld bereits ein Gebäudeteil befinden ist das in Ordnung, dann kann der Spieler sein Gebäudeteil daraufsetzen. Mehr als drei Ebenen oder Gebäudeteile sind jedoch nie möglich. Hat ein Gebäude bereits drei Ebenen, so ist es nur noch möglich eine blaue Kuppel oben drauf zu setzen. Auf ein Gebäude mit einer Kuppel kann niemand mehr eine Figur setzen. Es ist komplett blockiert. Wenn ein Spieler seine Figur bewegt, darf er mit ihr höchstens eine Ebene hochsteigen, aber beliebig viele Ebenen nach unten. Damit sind alle Regeln von „Santorini“ schon erklärt. Nun gilt es so geschickt zu ziehen und zu bauen, dass eine der beiden bereits erwähnten Siegbedingungen erfüllt wird.

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Einschätzung
„Santorini“ hat wenige, sehr einfache und klare Regeln. Dadurch scheint das Spiel auch einfach zu sein; was bezogen auf die Regeln auch stimmt. Doch „Santorini“ gehört zu jener Sorte von Spiel, das richtig verstanden und entsprechend gespielt ziemlich knifflig und gleichzeitig absolut genial ist. Mit minimalen Regeln wird hier ein sehr anspruchsvolles Spiel geschaffen. In diesem Sinne erinnert  „Santorini“ an klassische Taktikspiele für zwei Personen wie Mühle oder Schach. Doch „Santorini“ bietet als Bonus eine schöne Hintergrundgeschichte und ansprechendes Material. Die Grafik des Covers mag jedoch dazu verlocken das Spiel für ein Kinderspiel zu halten. Das ist es definitiv für mich nicht. Bei dem insgesamt positiven Gesamteindruck gefallen mir dennoch zwei Dinge nicht: Erstens ist das Spiel auch für drei und vier Spieler ausgelegt. Das ist meiner Meinung nach völlig überflüssig. Das Spiel zu dritt ist auch nicht wirklich praktisch. Dann gibt es noch Götter-Karten, die in der Variante für Fortgeschrittene das Spiel beeinflussen und noch interessanter machen sollen. Auch das ist für mich total unnötig. Davon abgesehen sind die Karten auch sehr unterschiedlich stark und werden zufällig verteilt. Hier entsteht leicht ein Ungleichgewicht. Für mich ist das Basisspiel als Spiel für zwei Personen ohne Karten völlig ausreichend und in dieser Form ein sehr gutes Taktikspiel.

„Santorini“
Autor: Gordon Hamilton
Verlag: Spin Master
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Preis: 35 Euro

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