Wave – Reitet die perfekte Welle

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Mit ihrem Song “Perfekte Welle” hatte die Band Juli im Sommer vor 20 Jahren ihren ersten und größten Hit gelandet. Die perfekte Welle ist eben jene, auf die Surfer warten, um sie möglichst lange zu reiten. Der ultimative Kick gewissermaßen. Das Kartenspiel „Wave – Reitet die perfekte Welle“ von Thomas Weber, das beim Kosmos Verlag erschienen ist, spielt genau darauf an. Den ultimativen Kick gibt es dann, wenn wir perfekt harmonieren. Denn – der Untertitel deutet es schon an – „Wave – Reitet die perfekte Welle“ ist ein kooperatives Spiel. Wir wollen gemeinsam alle Karten, die im Spiel sind, ablegen. Dafür müssen wir perfekt zusammenarbeiten. 


Wie funktioniert es? 

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Zunächst werden die 34 Karten, die im Spiel sind, gemischt. Es gibt sie in sechs verschiedenen Farben und mit Werten von Null bis Fünf. Die Farben haben verschiedene Wertigkeiten. Das macht eine Übersichtkarte deutlich. Weiß ist die schwächste Farbe, dann kommen Gelb, Orange, Rosa, Hellblau und die stärkste Farbe ist Dunkelblau. Bei den Zahlen ist Null der schlechteste Wert und Fünf der beste Wert. Von Weiß gibt es jedoch keine Null und von Dunkelblau keine Fünf.

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Alle weißen Karten und alle Karten mit dem Wert Null verändern die Richtung, in der Reihenfolge, wer die nächste Karte spielt. Denn zu Beginn wird im Uhrzeigersinn gespielt. Außerdem erhalten alle je fünf Karten. Aber nur drei der Karten sehe ich selbst, die anderen beiden Karten muss ich so aufnehmen, dass sie nur die anderen Leute am Tisch sehen.

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Das gilt aber eben für alle. Jetzt wird schon mal eine Karte vom verdeckten Nachziehstapel aufgedeckt. Sie bildet den Beginn des Ablagestapels. Fertig ist die Spielvorbereitung. Wer dran ist muss eine Karte auf die zuletzt gespielte Karte auf dem Ablagestapel legen. Dabei gibt es zwei Regeln: Ich kann eine Karte dann legen, wenn ihr Zahlenwert oder ihre Farbe höherwertiger ist als die der letzten Karte!

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Also Vier ist besser als Zwei. Dunkelblau ist besser als Gelb. Aber eine gelbe Zwei ist eben besser als eine dunkelblaue Eins. Habe ich eine Karte gespielt, ziehe ich eine Karte nach, solange es noch Karten nachzuziehen gibt, ansonsten wird weitergespielt ohne weitere Karten zu ziehen. Beim Nachziehen einer Karte ist noch folgendes zu beachten: Habe ich eine Karte gespielt, die ich nicht sehen konnte, ziehe ich die nächste Karte so auf, dass ich sie sehen kann und umgekehrt.

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Da ich einige meiner Karten ja nicht selbst sehen kann, dürfen alle anderen sich besprechen und mir einen Tipp geben, was denn vermutlich gut ist zu spielen. In dem Fall muss ich mich eben auf alle anderen verlassen!  „Wave – Reitet die perfekte Welle“ endet entweder, wenn alle Karten gespielt sind, was perfekt wäre, oder – was häufiger vorkommt – wenn eine Person eine Karte legen müsste, das aber nicht mehr regelkonform kann, weil sie gar keine Karte mehr hat oder eben keine passende Karte. Je nachdem, wie viele Karten dann noch auf unseren Händen sind, fällt die Wertung für uns aus. 

 

Einschätzung

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„Wave – Reitet die perfekte Welle“ hat sehr leichte Regeln, die in wenigen Minuten erklärt sind und ist dennoch eine echt harte Nuss. Wie ist es möglich, das perfekte Spiel hinzulegen und alle Karten loszuwerden? Wir haben das noch nicht geschafft. Aber wir haben ständig versucht besser zu werden. Und wir haben darüber nachgedacht, welche Karten wohl am besten wann zu spielen wären, das macht richtig Spaß. Besonders der Richtungswechsel muss bedacht werden, der sehr tückisch werden kann. Da hat „Wave“ einen sehr hohen Aufforderungscharakter! Weshalb man sehr schnell deutlich länger am Spiel sitzt als die angegebenen 25 Minuten, weil man einfach so viele Wiederholungen spielt. Und das ist nur die Basisversion.

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Es gibt noch Varianten, die das Spiel noch anspruchsvoller machen. Hier wird die Wertigkeit von Zahlen und Farben dann jeweils auf den Kopf gestellt. Das Spielprinzip von „Wave – Reitet die perfekte Welle“ erinnert an „Hanabi“, das 2013 Spiel des Jahres wurde. Wo man seine eigenen Karten gar nicht sieht. „Wave“ hat das Potential in die Fußstapfen von „Hanabi“ zu treten. Einziger Kritikpunkt meinerseits: Die Zahlen auf den weißen Karten sind relativ schlecht zu erkennen. Aber, da wir sowieso kooperativ spielen, fällt das nicht ins Gewicht. Insgesamt ist „Wave – Reitet die perfekte Welle“ ein sehr elegantes und großartiges kooperatives Spiel für Familien, für lockere Spielerunden, für Leute, die viel spielen und für jene, die wenig spielen. Eine absolute Empfehlung. 

„Wave – Reitet die perfekte Welle”
Autor: Thomas Weber
Verlag: Kosmos
Für 2 – 4 Personen
Ab 10 Jahren
Dauer: 25 Minuten
Preis: 10 Euro 

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