Honga

© HABA

Spätestens seit „Stone Age“ ist die Steinzeit auch im Gesellschaftsspiel angekommen. Zuletzt hat nun auch Haba ein Spiel zum Thema Steinzeit herausgebracht. Mit „Honga“ hat Autor Günter Burkhardt, von dem das in diesem Jahr als Kinderspiel des Jahres ausgezeichnete „Funkelschatz“ stammt, seinen Beitrag geleistet. Im Mittelpunkt steht nun aber nicht das Überleben des Clans, sondern ein gefräßiger Säbelzahntiger, den es nicht aus den Augen zu verlieren gilt.

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Wie funktioniert es?
„Honga“ ist ein Scheibeneinsetzspiel. Während bei anderen Spielen eigene Spielfiguren auf Aktionsfelder eingesetzt werden, um dort die entsprechenden Aktionen auszuführen, übernehmen diese Funktion bei „Honga“ runde Scheiben, die in vier Viertel aufgeteilt sind. Diese Scheiben können auf vier Feldern auf dem zentralen Spielplan abgelegt werden. Je nachdem welches dieser Felder der Spieler wählt, löst er bis zu drei Aktionen aus. Dafür benötigt er aber auch Hände auf seiner Aktionsscheibe. Entsprechend der Anzahl der Hände, die in die Richtung eines Aktionsfeldes zeigen, darf der Spieler diese Aktion auch ausführen. Doch dabei sollte er den gefräßigen Honga nicht vergessen. Der Säbelzahntiger dominiert als imposante Holzfigur die Mitte des Spielplans. Wenn keine Hand zu Honga zeigt, fühlt der sich missachtet und schaut direkt mal beim aktiven Spieler vorbei. Und wo Honga schon mal da ist, frisst er sofort eine Ressource aus der obersten Reihe vom Spielertableau des unglücklichen Spielers. Wenn dieser Honga nicht mehr los wird, macht der treue Säbelzahntiger das jede Runde aufs Neue. So können Fische, Beeren, Pilze und Wasser nach und nach vom Tableau des Spielers verschwinden.

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Immer wieder auffüllen können Spieler ihre Ressourcen auf den entsprechenden Aktionsfeldern, wo Fische, Beeren und Pilze eingesammelt oder auch Wasser aus einer Quelle geschöpft werden. Zwei Wassertropfen dienen dabei als Joker für jeweils eine andere der drei Ressourcen. Darüber hinaus kann der Spieler auch Mammuts anlocken. Das kostet ihn jedoch erst einmal je eine Beere, Pilz und Fisch. Und zunächst steht das Mammut auch nur auf einer Wiese, ohne als Tauschobjekt einsatzbereit zu sein. Das geschieht erst, wenn sich ausreichend viele Mammuts auf der Wiese drängeln; dann wird das vorderste Mammut auf das Tableau seines Spielers geschubst. Einen Vorteil bringt ein Mammut aber auch schon, wenn es nur auf der Wiese steht. Wer die Mehrheit an Mammuts auf der Wiese hat, der bekommt den großen Mammutzahn und darf jetzt vom Stapel mit den besseren Aktionsscheiben ziehen. Das ist nicht zu verachten, ebenso wenig wie die speziellen Aktionskarten, die im dichten Urwald versteckt liegen. Sofern vom Spieler in der Runde zuvor eingesammelt, darf er bis zu zwei dieser Karten ausspielen, um sich deren Bonus zu sichern.

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So erlauben es einige dieser Aktionskarten den ungeliebten Honga auch wieder los zu werden, was sonst nur noch dann gelingt, wenn ein anderer Spieler in seinem Zug Honga missachtet. Ressourcen und Mammuts bringen für sich genommen noch keine Punkte ein; die gibt es nur auf zwei Aktionsfeldern. Zum einen können die Spieler ein Mitglied ihres Clans auf den heiligen Berg schicken. Zu Beginn befindet sich je ein Clanmitglied jedes Spielers am Fuß des Berges. Von dort geht es stufenweise bergan. Oben angekommen, bringt das erste Clanmitglied, das den Gipfel erreicht, satte fünf Punkte mit ins Tal. Auch die Clanmitglieder der anderen Spieler kehren mit ihm zum Fuße des Berges zurück und werden entsprechend ihrer erreichten Stufe mit Punkten belohnt. Und der Anstieg kann von neuem beginnen. Erreichte Punkte werden auf einer Wertungsleiste mit einem Marker festgehalten.

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Die meisten Punkte bringt allerdings der Tauschhandel ein. Auf diesem Aktionsfeld liegen immer drei Tauschkarten offen aus. Sie bringen je nach geforderten Ressourcen und Mammuts drei bis neun Punkte ein. Dabei sind die Tauschkarten, die ein Mammut erfordern deutlich wertvoller. Je nach Spieleranzahl endet eine Partei „Honga“ wenn der erste Spieler mit seinem Marker auf der Wertungsleiste das entsprechende Feld erreicht oder überquert. Die Runde wird dann noch bis zum Startspieler zu Ende geführt und dann wird geschaut, wer die meisten Punkte für seinen Clan einfahren konnte.

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Einschätzung
„Honga“ hat mich auf breiter Front überzeugt. Das beginnt schon beim Material und der Illustration. Besonders gut gefallen mir die Spielertableaus, da diese über Vertiefungen verfügen, in die die Ressourcenmarker für Fische, Beeren, Pilze und Wasser platziert werden. Das verhindert ein unabsichtliches Verrutschen der Marker auf dem Tableau. Auch die sonstige Ausstattung ist in der von Haba gewohnt hohen Qualität. Da gibt es nichts zu mäkeln. Das Regelheft ist wie immer klar und übersichtlich strukturiert und die Regeln sind dazu noch angenehm kurz. Erklärt ist alles in wenigen Minuten. Das heißt aber bei weitem nicht, dass es sich bei „Honga“ um ein Kinderspiel handelt. „Honga“ verfügt über einige taktische Kniffe und erlaubt es auch verschiedene Strategien zu verfolgen. Versuche ich Punkte über viele kleine Tauschaktionen zu holen oder spare ich viele Ressourcen an und locke vor allem Mammuts an, um hochwertige Tauschkarten zu erfüllen und dank der Mammuts auch besser Aktionsscheiben zu ziehen? Oder gehe ich lieber wiederholt auf Bergtour, um hier Punkte zu sammeln. Ignoriere ich Honga, um den besseren Zug zu machen und nehme den Verlust einiger Ressourcen in Kauf? Natürlich hängt vieles auch davon ab, welche Aktionsscheiben ich ziehe. Insofern spielt der Zufall natürlich auch eine gewisse Rolle, die scheint mir aber nicht zu dominant.

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„Honga“ ist ein typisches Familienspiel, das sich besonders für Familien eignet, deren Kinder schon ein wenig Erfahrung mit Brettspielen haben. Das ist aber keine Voraussetzung. Insgesamt ist „Honga“ rundum gelungen und ein echter Tipp!

„Honga“
Autor: Günter Burkhardt
Verlag: HABA
Für 2 – 5 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 30 – 45 Minuten
Preis: 25 – 30 Euro

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