Ohanami

© Nürnberger-Spielkarten-Verlag

Gartenbau und Japan; das passt schon mal zusammen, denn die Japaner legen wunderschöne Gärten an. Es ist eine wahre Kunst und nichts wird dem Zufall überlassen. Jeder Grashalm hat seinen Platz und seinen Sinn. Diesen Sinn für Ordnung kombiniert Spieleautor Steffen Benndorf mit der japanischen Tradition der Kirschblütenfeste im Frühjahr (Hanami). Herausgekommen ist dabei das Spiel „Ohanami“, bei dem es darum geht mit Karten einen schönen Garten zu gestalten, in dem die Kirschblüten im Zentrum stehen.

Wie funktioniert es?
„Ohanami“ ist ein Spiel, bei dem zwei bis vier Spieler Karten mit den Zahlenwerten zwischen eins und 120 ablegen. Jede Karte gehört zu einer von vier Kartensorten. Es gibt blaue Wasserkarten, grüne-Pflanzenkarten, graue Steinkarten und rosa Kirschblütenkarten. Jeder Spieler erhält zehn Karten vom gut gemischten Stapel. Zwei der zehn Karten behält jeder Spieler, die anderen gibt er weiter an seinen Nachbarn. Die zwei Karten, die er behalten hat, legt jeder Spieler offen in bis zu drei Reihen ab. Jede Reihe gilt dabei als eigener Garten. Beim Ablegen müssen die Spieler nun darauf achten, dass die Karten nummerisch aufsteigende oder absteigende Reihen bilden. Dabei dürfen zwischen den Karten durchaus Zahlenlücken sein.

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Eine 73 darf also auf eine 65 folgen, doch zwischen die beiden darf dann später keine 69 mehr platziert werden. Ein späteres Umschichten von Karten innerhalb einer Reihe oder zwischen Reihen ist nicht erlaubt. Also heißt es gut planen. Eine Karte, die nicht in eine Reihe passt muss ungenutzt weggelegt werden. So geht es reihum mit den Karten weiter, bis alle zehn Karten gelegt sind. Das geschieht über drei Runden. Am Ende jeder Runde werden bestimmte Kartensorten gewertet. Nach der ersten Runde sind dies nur die blauen Wasserkarten. Für jede blaue Karte, egal in welcher Reihe sie bei einem Spieler liegt, bekommt dieser Spieler drei Punkte. Nach der zweiten Runde werden wieder die blauen und zusätzlich auch die grünen Karten gewertet, die dann jeweils vier Punkte einbringen. Nach der dritten Runde kommen zu den blauen und grünen Karten zusätzlich noch die grauen Karten in die Wertung. Sie schlagen mit jeweils sieben Punkten zu Buche. Nach der dritten Runde werden dann auch die rosa Kirschblütenkarten gezählt. Hier seigt mit der Anzahl der Kirschblüten auch der Wert. Für eine Karte gibt es einen Punkt, für zwei Karten aber schon drei Punkte und für drei Karten bereits sechs Punkte, usw. Wer in der Summe aus allen drei Runden die meisten Punkte hat gewinnt.

Einschätzung
Mir gefällt „Ohanami“ von der Optik her ausgesprochen gut. Dazu kommt, dass jede der 120 Karten eine eigene Illustration bekommen hat. Und was ich daran besonders gelungen finde: je höher der Kartenwert ist, umso größer ist auch die Wasserfläche, die grüne Pflanze, der Stein oder der Kirschbaum.

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Das passt alles sehr harmonisch zusammen. Ansonsten spielt sich „Ohanami“ schnell von der Hand. Die Erklärung des Spiels dauert keine fünf Minuten und es kann losgehen. Nach der ersten Partie wird dann deutlich, dass einige Kartensorten stärker sind als andere. Wer gezielt die rosa Kirschblütenkarten nimmt, ohne Rücksicht auf Verluste, der ist klar im Vorteil. Da das aber spätestens nach der zweiten Partie alle Spieler raushaben, gibt die rosa Kirschblütenkarten keiner gerne weiter, sondern baut sie auf jeden Fall in seine eigenen Reihen ein. Doch dann müssen die Karten ja auch noch in die Kartenreihen passen. Jede weggeworfene Karte bedeutet weniger Siegpunkte. Also muss ich mir genau überlegen, was ich weitergebe und behalte. Ich weiß ja nicht, was ich von meinem Nachbarn bekomme. Also muss ich taktisch flexibel agieren. Dabei ist die Herausforderung aber auch nicht gar so groß, denn 30 Karten in drei Reihen in einer nummerischen Reihenfolge unterzubringen, ist nicht so schwierig, wie es sich zunächst anhört. Also heißt es Mut zur Lücke zu haben. „Ohanami„ ist schnell, unkompliziert und schön und es kann seine Ähnlichkeit zu „The Game“ nicht verleugnen. Kein Wunder, stammt es doch vom selben Autor! Wer also „The Game“ oder ähnliche Spiele kennt und mag, der liegt auch bei „Ohanami“ goldrichtig.

„Ohanami“
Autor: Steffen Benndorf
Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Für 2 – 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 20 Minuten
Preis: 9 Euro

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